Emil Rathenau (Vater der Deutschen Edison-Gesellschaft - nach Trennung von Siemens dann Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) in einer Festrede gehalten vor 120 Jahren zur 1891er Frankfurter "Internationalen Elektrizitätsausstellung":

"Die Kultur unserer Erde ist den Jugendjahren entwachsen, sie tritt in das ernste Alter der Männlichkeit, wo die volle Kraft zur Verfügung steht, wo es aber zu Ende sein muss mit dem übermütigen Brausen und Vergeuden der Jugend, und was hier im Bilde von der Kraft gesagt ist, müssen wir auf die Kraft im wissenschaftlichen Sinne, auf das eigentliche Lebensprinzip unserer Erde mit bedeutungsvollem Ernst anwenden. Die Zunahme der Bevölkerung und ihre dichtere Verbreitung auf dem besser gelegenen Teil unserer Erde zwingen uns, mit dem Vorhandenen haushälterisch umzugehen. Die Not hat uns suchen gelehrt, und wir lernen, die Entfernungen aufzuheben und auszugleichen. Ein Baum, ein Rind, ein Getreidefeld ist an der einen Stelle kaum eines Aneignens wert und wird weit entfernt von dort so hoch geschätzt, dass es einer grossen Mehrzahl der Bevölkerung nur unter schwerer Arbeit möglich ist, diese zur Erhaltung notwendigen Erzeugnisse unserer Erde, unserer aller Mutter, sich zu verschaffen. Nicht anders ergeht es uns mit jener belebenden Naturkraft, der Sonnenwärme, welche wir in den mannigfachsten und wunderbar erscheinenden Formen auf unserer Erde aufgespeichert finden. Die Quelle, der Wassersturz, die Ebbe und Flut des Ozeans, sie alle sind Kräfte, welche der menschliche Geist sich dienstbar machen kann und muss, soll er anders die Herrschaft über die Erde behaupten, und doch gestatten ihm sehr oft oder vielleicht zumeist die scheinbar zuällig sich entwickelnden Lebensbedingungen der Individuen nicht, diese Kräfte am günstigesten auszunutzen.[...]"

Harald Welzer (Vorstandsmitglied des Kulturwissenschaftlichen Institutes Essen) im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Sonntag, den 20. März 2011:

"[...]Weil man mit unserer Leitkultur der Verschwendung und Verantwortungslosigkeit immer schon einverstanden ist, wenn man morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, sich am Wochenende in der Wellnessoase langweilt oder sich in den Flieger nach irgendwo quetscht, um an irgendeiner Stelle des Planeten sinnlose Dinge zu tun. Mit anderen Worten: Man ist mit den Großmanns und Theyssens, den Westerwelles und Merkels dieser Welt viel einverstandener, als man glaubt, wenn man sich gerade über sie empört. Stellen sie doch die Benutzeroberfläche des Alles immer zur Verfügung, aus der man sich jederzeit gerne seibst bedient. Auf den zum User gewordenen Bürger wirkt der Umstand, dass es beim neuen iPad womöglich zu Lieferengpässen kommt, weil Japan notwenidige Bauteile im Moment nicht liefern kann, am Ende schockierender als das Verrecken von Millionen von Menschen, und das ist auch gar nicht verwunderlich, weil er ja den neuen iPad haben wollen muss, damit der ganze Laden weiter funktioniert. Das Erreichen des Wendepunktes würde vorraussetzen, dass man nicht mehr mitmachen wil oder kann; aber wenn man aussteigt, wo zum Teufel landet man dann?[...]"

 

Zu meiner Person

Ich, Thorsten Tonski, am 08. Mai 1969 in Recklinghausen geboren, beschäftige mich seit 2001 mit dem Thema der angewandten Elektrizität.

Hierzu habe ich eine Sammlung aufgebaut, zunächst - zwischen 1991 und 2001 - unter dem Gesichtspunkt der Formgebung, die mich als Sortimentsverantwortlichen ins Haus des Versandhändlers Manufactum führte. Dort wurden die Exponate in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Waltrop gezeigt.

2003 zog mich der Drang nach Selbständigkeit in das Meilenwerk nach Berlin. Dank falscher Standortwahl bekam ich viel Zeit, um an diesem gehaltvollen Ort Spurensuche im Bereich Geschichte der Elektrotechnik zu betreiben. Zahlreiche Archive und Bibliotheken habe ich dabei durchforsten können. Ebenso konnte ich als erfahrenes Kind des Ruhrgebietes und des Schaffens von Prof. Karl Ganser das verwunderliche Brachland der industriellen Kultur in der Hauptstadt beackern, was heute (2011) zarte Knospen zeigt. 

http://www.industrie-kultur-berlin.de/

Durch die Zurückhaltung des Deutschen Museums in München auf meine Anfrage zum hunderjährigen Jubiläum eine Schau der vermutlich weltweit bedeutensten Sammlung an elektrotechnischem Haushaltsgerät zu realisieren, entstand nun diese Internetseite, die hoffentlich einen Einblick in den Wirkungsgrad und Gesichtskreis dieses Sujets gewährleistet. Es ist zwar kein Druckknopfmuseum im Sinne des Triebkopfes Oskar von Miller, dem Begründer des Deutschen Museums München, aber ich denke, dasz diese Präsenz die Dienstbarkeit der Technik dem gemeinen Nutzer näher bringt und ihm gleichzeitig die Dependenzen bzw. allgegenwärtige Macht aufzeigt - letztendlich dann hoffentlich mehr ins Bewusztsein rückt. 

   

AEG Turbinenhalle Berlin, Architekt Peter Behrens 1909

 

AEG Oberschöneweide

 

Im November 2005, nach Rückzug in den Vest, schenkte ich die Sammlung der Gerätschaften an das hiesig ansässige RWE Museum "Strom und Leben", welches sehr aktiv und liebevoll betrieben wird.

 

   

RWE intern vom April 2006

 

Museum Strom und Leben im Umspannwerk Recklinghausen

  

Da ich meine Interessen durch zahlreiche Buchankäufe fundiere, konnte ich schon bald auf eine umfangreiche und tiefgründige Bibliothek zurückgreifen. Auch wenn das RWE schon über einen recht ordentlchen Handapparat verfügt - Teile des VDE-Archives sind glücklicherweise auch nach Recklinghausen gelangt, steht mein Buchbestand nicht im Schatten.

 

   

Schätze meiner Bibliothek

 

Frühe Ausstellungskataloge (München 1882, Wien 1883, Frankfurt 1891)

   

Persönliche Exemplare aus den Privatbibliotheken von Oskar von Miller, Waldemar Koch oder SIegfried von Weiher befinden sich darunter. Die seltenen und recht unbekannten Indexbände der ETZ aus den ersten Jahrzehnten sind ungemein hilfreich, wenn es um anfängliche Recherche geht.

 

       
Katalog elektrotechn. Ausstellung, Wien 1883  

Sollen die BEW verstaatlicht werden?, 1914

  Das Edison Licht, 1882

 

 

 

 

  

Mein !herzlicher Dank gilt all denen, die mich in den letzten Jahren durch Informationen, Zuspruch und jedwede Hilfe unterstützt haben.

Insbesondere den Leidensgenossen Peter in Berlin, Andre in Potsdam, Daniel in Tel-Aviv, Stefan und Tom († 2013) in den Vereingten Staaten sei gedankt.

Sabine Oetzel und Hanswalter Dobbelmann, die das in meinen Augen lebendigste Museum "Strom und Leben" in Recklinghausen leiten,

vielen Dank für Ihren Einsatz und die Zusammenarbeit.